Wenn du an mehrere Plattformen gleichzeitig senden möchtest, ist die Zahl der lokalen Uploads entscheidend. Sendest du jeden Stream direkt von deinem Rechner, teilen sich diese Übertragungen deinen Anschluss. Bei serverseitiger Verteilung sendest du einen Eingang an Cloudnetz; die zusätzlichen Ausgänge entstehen auf dem Server.
Das spart gegenüber mehreren direkten Uploads Bandbreite an deinem Anschluss. Es macht einen schwachen oder instabilen einzelnen Upload aber nicht automatisch zuverlässig.

Eigene Erklärgrafik aus unserer Animation; keine Liveaufnahme.
Eine einfache Beispielrechnung
Angenommen, ein Stream benötigt insgesamt 6 Mbit/s für Video und Audio. Drei getrennte Übertragungen vom selben Anschluss benötigen rechnerisch dreimal diese Datenrate. Bei serverseitiger Verteilung bleibt es lokal bei einem Eingang.
| Aufbau | Rechnerische lokale Datenrate |
|---|---|
| Ein direkter Stream | 6 Mbit/s |
| Drei getrennte direkte Streams | 18 Mbit/s |
| Ein Eingang zu Cloudnetz, drei serverseitige Ziele | 6 Mbit/s |
Die Werte sind ein Rechenbeispiel, keine Einstellungsempfehlung oder Messung. Zusätzliche Protokolldaten und Reserve kommen hinzu. Wenn du verschiedene Qualitäten direkt sendest, muss jede Datenrate einzeln berücksichtigt werden.
Auch das Datenvolumen lässt sich grob einordnen: 6 Mbit/s × 3.600 Sekunden ÷ 8 ergeben etwa 2,7 GB pro Stunde, gerechnet mit dezimalen Einheiten und ohne zusätzliche Übertragungsdaten. Drei getrennte Streams derselben Größe lägen entsprechend bei etwa 8,1 GB. Für mobiles Streaming kann dieser Unterschied relevant sein.
1. Einen stabilen Eingang planen
Beurteile deinen Upload unter realistischen Bedingungen. Ein hoher Spitzenwert sagt wenig über einen Anschluss aus, der während der Sendung regelmäßig einbricht. Teste über eine längere Zeit und berücksichtige andere Geräte und Anwendungen.
Wähle die Qualität so, dass noch Reserve bleibt. Eine niedrigere Auflösung oder Bildrate kann sinnvoll sein, wenn die verfügbare Bitrate sonst kein brauchbares Bild liefert. Entscheidend ist die gesamte Strecke bis zum Zuschauer.
2. OBS einmal mit Cloudnetz verbinden
Trage deinen persönlichen Server-/RTMP-Endpunkt und Stream-Key als benutzerdefiniertes Streaming-Ziel in OBS ein. Richte für diese Verteilung nicht zusätzlich dieselben Plattformen als parallele lokale Uploads ein; sonst entsteht genau die zusätzliche Last, die du vermeiden möchtest.
Prüfe zuerst deinen Eingang in der Cloudnetz-Vorschau. Halte den Stream-Key geheim und verwende für öffentliche Demonstrationen keine echten Zugangsdaten.
3. Die Ausgänge auf dem Server einrichten
Öffne „Plattformen & Ausgänge“ und verbinde die verfügbaren Plattformkonten oder unterstützte RTMP-Ziele. Aktiviere die benötigten Ausgänge und kontrolliere deren Status.
Achte darauf, dass dein Tarif die gewünschte Anzahl von Zielen abdeckt und deine Plattformkonten für die jeweilige Übertragung freigeschaltet sind. Prüfe außerdem die aktuellen Bedingungen für gleichzeitiges Senden bei jeder Plattform; technische Erreichbarkeit allein beantwortet diese Frage nicht.
4. Jeden Zielkanal separat testen
Ein guter Eingang bestätigt noch nicht, dass alle Ausgänge richtig eingerichtet sind. Kontrolliere auf jedem Zielkanal Bild, Audio, Sichtbarkeit und Wiedergabequalität. Achte bei mehreren geöffneten Kontrollfenstern darauf, nicht versehentlich Audio doppelt abzuhören.
Wenn nur ein Ausgang ausfällt, prüfe dessen Autorisierung und Zielkonfiguration. Wenn schon der Eingang schwankt, konzentriere dich auf Encoder und Verbindung. Bei Netzwerkproblemen hilft die OBS-Anleitung zur Verbindungsdiagnose.
5. Einen Ausfallplan ergänzen
Ein einzelner Eingang ist bequem, bleibt aber die gemeinsame Quelle. Fällt er aus, fehlt das Livebild für alle davon abhängigen Ausgänge. Eine vorbereitete Ersatzszene kann diese Situation verständlich überbrücken.
Nutze dafür einen serverseitigen Stream-Fallback und teste Unterbrechung sowie Rückkehr. Für längere Offline-Phasen kannst du zusätzlich ein 24/7-Programm vorbereiten.
Die Multistreaming-Seite zeigt den Verteilungsweg als Animation. Prüfe anschließend die verfügbaren Angebote im Shop oder besprich mit uns, wie viele Ausgänge und welche Qualität dein Setup benötigt.
